INSIGHT

Ausrichtung auf Mobile Lifestyle Kunden als Wettbewerbsfaktor im stationären Einzelhandel

Mobile Lifestyle ist mehr als ein Trend und steht für veränderte Arbeits-, Konsum- und Informationsbedürfnisse. Gerade für den stationären Einzelhandel ergeben sich hieraus neue Chancen und Bedrohungen.

Wie kann sich der stationäre Einzelhandel auf die Anforderungen von Mobile Lifestyle Kunden einstellen?

Marktanalysen zeigen: Die Berücksichtigung von insbesondere fünf zentralen Themenbereichen ist entscheidend für die erfolgreiche Ausrichtung der Marktbearbeitung auf die Mobile Lifestyle Bedürfnisse der Kunden: Kommunikative Aktivierung, Sortimentsgestaltung, Instore Navigation, Bezahlung und Service. EARLY BRANDS hat hierzu internationale Praxisbeispiele zum Thema Mobile Lifestyle Konzepte aus dem stationären Einzelhandel identifiziert und analysiert.

1. Kommunikative Aktivierung: Stationäre Einzelhändler stehen vor der Herausforderung,  Mobile Lifestyle affine Kunden gezielt in ihre Filiale zu routen. Unter Zuhilfenahme standortbezogener Mobilfunkdienste ist es beispielsweise bereits heute möglich, Kunden über Mobile Marketing gezielt anzusprechen, wenn sie sich in der Nähe des Point of Sale befinden. Smartphone User können auf diese Weise über Rabattaktionen, Gutscheine und Gratiscoupons informiert und aktiviert werden.

2. Sortimentsgestaltung: Es ist erfolgsentscheidend eine Auswahl von Produkten anzubieten, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Mobile Lifestyle Kunden orientiert. Dabei ist es für den tendenziell impulsgetriebenen Mobile Lifestyle Kunden wichtig, dass sich die für ihn relevanten Produkte an möglichst einem oder wenigen Orten des Stores befinden. So hat beispielsweise der Handelskonzern REWE mit der Premium-Eigenmarke „Feine Welt“ hochwertige Convenience Produkte eingeführt, die sich an den Bedürfnissen der Mobile Lifestyle Kunden ausrichten und zudem eine attraktive Handelsmarge bieten.

3. Instore Navigation: Ein Kernbedürfnis von Mobile Lifestyle Kunden ist die Minimierung des Zeitaufwands beim Einkauf. Als Reaktion hat beispielswiese der US Softwareanbieter Aisle411 eine Smartphone Applikation entwickelt, die innerhalb des Stores Einkaufsrouten unter Berücksichtigung persönlicher Einkaufswünsche erstellt. Der Kunde profitiert somit von einer erleichterten und schnelleren Produktsuche und die Kundenzufriedenheit wird positiv beeinflusst.

4. Bezahlung: Auch beim Thema Bezahlung ist entscheidend, den besonderen Bedürfnissen der Mobile Lifestyle Kunden nach Zahlungsflexibilität und Zeitminimierung gerecht zu werden. So haben Self-Scanning Kassen und kontaktlose Zahlungssysteme eine  besonders hohe Relevanz für diese Kunden. Die METRO Group hat im Rahmen eines Pilotprojekts beispielsweise Smartphones zum digitalen Portemonnaie umfunktioniert und Internetkonzerne wie Google und Ebay/PayPal haben diesen Wachstumsmarkt für sich priorisiert.

5. Service: Mobile Lifestyle Kunden weisen aufgrund ihres Zeitmangels tendenziell eine höhere Service Affinität als der Durchschnittskunde aus. Für den stationären Einzelhandel ergeben sich hieraus attraktive Geschäfts- und Profilierungspotenziale. Bei REWE Drive-In Supermärkten können Kunden beispielsweise ihre Einkaufsliste bequem online zusammenstellen und nach Ablauf einer vereinbarten Zeit im Markt abholen. Auch besteht die Möglichkeit, die Waren direkt nach Hause liefern zu lassen. Der Kunde spart Zeit und kann den Einkauf optimal in seinen Tagesablauf integrieren.

Die ausgewählten Beispiele zeigen, wie der stationäre Einzelhändler die Potenziale Mobile Lifestyle affiner Kunden in der Praxis erschließen kann. Dabei ist erfolgsentscheidend, neben der kommunikativen Aktivierung gleichermaßen auch die Sortimentsgestaltung, Instore Navigation, Bezahlung und Service auf die besonderen Bedürfnisse der Mobile Lifestyle Kunden auszurichten.

EARLY BRANDS INSIGHT Ausgabe zum Download (pdf)