Mr. Innovation Jam!

Was InnovationEN UND HIP-HOP JAZZ gemeinsam haben

Ein Interview mit MC Simon

In unserem dynamischen Zeitalter ist die Konzeption und Umsetzung von Innovationen in gradlinigen, langen Innovationsprozessen nicht mehr sinnvoll. Vielmehr sind ein kreatives „um die Ecke Denken“, Schnelligkeit und ein Zusammenspiel verschiedener kreativer Köpfe gefragt, um Innovationen zu gestalten, die zu Kunden und Märkten passen.

Als passionierter Freestyle Hip-Hop und Jazz Musiker und Innovation & Technology Consultant gibt uns Simon in diesem EARLY BRANDS Insight Interview Einblicke, was Innovationen und Jazz Hip-Hop gemeinsam haben – let’s get it on…

 

EARLY BRANDS Insights: Simon, Du und Deine Band „Pecco Billo“ seid schon auf vielen Konzerten aufgetreten. Was sind für Dich „Magic Moments“, wenn ihr als Band zusammenkommt und musiziert?

Was uns alle bei Pecco Billo immer flashed ist, dass wir uns immer neu entdecken. Wir kennen uns mittlerweile schon sehr lange, sozusagen aus dem Effeff. Trotzdem ist keine Probe, kein Konzert und keine Jam Session wie die andere. Wir betreiben „continious improvement“. Selbst Evergreens werden ständig weiterentwickelt, der „Status quo“ immer hinterfragt. So wird spontan kreativer Input eingebaut. Und dabei setzten wir uns keine Grenzen. Jeder hat die Freiheit, seine persönlichen Skills und Vorlieben auszuleben. Und das ist auch gut so. So kommen bei uns Einflüsse von klassischer und elektronischer Musik bis hin zu African Beats in den gemeinsamen „Billo Kochtopf“. Unsere individuelle „Pecco Billo DNA“ – Kreativität, die man hören und spüren kann.

Das inspiriert mich auch immer bei innovativen Themen rund um Digitalisierung den Ball weiter zu werfen. Grenzen sollten fließen. Von den unterschiedlichsten Bereichen Inspirationen gewinnen. Markt- und branchenübergreifend und ergebnisoffen an Neues herangehen. Wenn man dies dann mit Leidenschaft und einem starken Team in den richtigen Kontext bringt, wird ein fesselnder Song bzw. Schuh daraus.

 

EARLY BRANDS Insights: Aus Deinem Blickwinkel als Musiker und Innovator – gibt es Erfolgsrezepte von Freestyle Jazz, Hip-Hop Production, die gleichermaßen für erfolgreiche Innovationsentwicklung nützlich sind?

Sehr viele sogar. Ein Grundsatz aus dem Jazz, der sich 1 zu 1 in die erfolgreiche Innovationsentwicklung übertragen lässt, ist, dass es keine falschen Töne gibt. Oder wie es Miles Davis so schön gesagt hat: „When you hit a wrong note, it’s the next one that makes it good or bad.“ Genau diesen Spirit haben wir auch bei EARLY BRANDS. Es gibt bei uns kein „richtig“ oder „falsch“. Es kommt darauf an, was man daraus macht und daraus lernt.

Diese Sichtweise ist essenziell für erfolgreiche Innovationen. Es braucht ein Umfeld, das einen motiviert Neues zu versuchen und neue Weg zu gehen. Und Mut, Grenzen zu hinterfragen – und auch zu durchbrechen. So entstehen großartige Innovationen bzw. der nächste Ohrwurm. Und läuft etwas mal nicht so wie geplant, dann probiert man halt etwas anderes – ganz wie beim Build-Measure-Learn Loop oder wie bei Impro in einer Jam Session. Man hat eine bestimmte Idee im Kopf und performt diese gemeinsam im Team. Passt diese mal nicht, dann wird Sie eben beim nächsten Durchlauf bzw. Design Sprint einfach geändert – ergebnisoffen, Trial-and-Error. So kreiert man dann gemeinsam den nächsten Innovations-Hit. Wichtig ist aber, einfach anzufangen und auszuprobieren. Ansonsten tritt man auf der Stelle und spielt denselben Song zum X-ten Mal.

Ein Team, das Innovationen gemeinsam gestaltet

Eine weitere Parallele zwischen Jazz / Hip-Hop und Innovationsentwicklung ist, dass diese durch die Diversität der Köpfe lebt und bereichert wird. Musik sowie Innovation blüht durch die kreative Kombination diverser Fähigkeiten und Instrumente auf. Ob Saxofone + Schlagzeug oder Programmiersprache + Empathie. Das Einzige, was bei allem vorhanden sein muss, ist Leidenschaft und ein gemeinsames Ziel: etwas Neues schaffen. So werden Grenzen durchbrochen und Horizonte erweitert. Es werden mehrere Leute erreicht und die unterschiedlichsten Bühnen bespielt. Ob auf einem Jazzpreis, Elektrofestival oder im Innovation Jam. Diversität in Summe erreicht und vereint Menschen.

Und der Mensch steht bei Musik und Innovationen immer im Mittelpunkt. Am Anfang stehen zwar die Musiker bzw. das Innovationsteam. Aber ein Konzert bzw. eine neue Geschäftschance kann nur dann erfolgreich verwirklicht werden, wenn der Zuhörer, der Kunde im Fokus steht. Die Musik lebt von der gemeinsamen Interaktion durch Menschen, mit denen man Leidenschaft und Vorstellungskraft teilt. Genauso ist es auch bei Innovationen. Eine neue Lösung kann in der Theorie noch so gut sein: wenn es nicht gelingt mit Menschen zu interagieren und diese zu begeistern ist sie dasselbe wie ein nicht bespieltes Notenblatt – ein einfaches Stück Papier…

 

EARLY BRANDS Insights: Hast du schon einmal Erfahrungen aus Deinem Engagement als Jazz und Hip-Hop Saxofonist in Deiner Band bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle bei EARLY BRANDS einbringen können?

Das kann man wohl sagen… Ich bin selbst jedes Mal wieder überrascht, wenn ich merke, dass meine Erfahrung mit Pecco Billo und Musik meine Arbeit rund um innovative Geschäftsmodelle bereichert und unterstützt.

Ein Beispiel hierzu: Das Rad muss nicht immer komplett neu erfunden werden. Es existiert da draußen bereits so viel Spannendes, auf dem wir aufbauen können. Traditionelle Jam-Sessions basieren auf sogenannten Jazz-Standards. Man nutzt eine Vorlage, die dann zusammen kreativ weiterentwickelt wird. Da auf Grundlagen aufgebaut wird, kann man freier und losgelöster (musikalische) Möglichkeiten erkunden.

Auch ist es super-spannend wie Inspiration aus einem anderen Musik Genre, z.B. aus der elektronischen Musik, sich in jazzige Beats integrieren lässt. Diese noch „fetter“ und faszinierender macht. Zwei vermeintlich unterschiedliche Stile. Diesen Ansatz nutzen wir auch bei EARLY BRANDS mit unserem markt- und branchenübergreifenden Innovation & Technology Scouting. Wir haben immer einen Blick darauf, was wir aus den unterschiedlichsten Bereichen und Industriezweigen lernen und adaptieren können. Das macht uns schneller, agiler und unterstützt uns, unseren Horizont kontinuierlich zu erweitern.

Auch „Zuhören“ ist in der Musik und meiner Arbeit als Innovation & Technology Consultant sehr wichtig. Jam Sessions leben davon, kreativ zusammenzuspielen und nicht aneinander vorbei. Man greift Beats und Ideen der anderen auf und entwickelt diese mit der eigenen Energie weiter. Genauso gehen wir auch bei EARLY BRANDS vor. In Team-Sessions mit Kollegen, Partnern und auch Kunden erarbeiten und „freestylen“ wir gemeinsam innovative Geschäftsmodelle. Durch dieses Teaming und den intensiven Austausch wird aus unterschiedlichen Bereichen das Beste herausgeholt. So machen wir erfolgreich aus 1+1 = 3.

Musik und Innovationen werden durch kreativen Austausch und Kombination unterschiedlichster Instrumente, Skills und Fähigkeiten bereichert. Dabei braucht es Mut, Rückschläge und Fehlversuche – ein Mindset, ergebnisoffen und agil Neues zu gestalten. Rund um Innovation gibt es viele „Mantras“, die die Wichtigkeit von „Failure“ manifestieren: „Fail fast, fail often“ oder „Success is 99% failure“. Wir bei Pecco Billo haben dieser Thematik einen eigenen Song gewidmet – Pechvögel. Die Aussage, dass „Fehler“ ein wichtiger Motor für den Erfolg neuer Ideen ist, beschreiben wir sinnbildlich so:

„GLÜCKSPILZE WACHSEN FEST, PECHVÖGEL FLIEGEN!“

 

EARLY BRANDS Insights: Last but not Least, was ist Deine persönliche Playlist für Innovation Sessions? Für Kreativität, Jam Feeling und ein klasse Team Play?

Puh, das wird jetzt schwer – ich versuche es mal auf fünf zu reduzieren:

 

 

Catch the Future…!