START UP NATION ISRAEL

WAS WIR VON ISRAEL LERNEN KÖNNEN

Mit Alexander auf Expedition in Tel Aviv, Haifa und Jerusalem

Wenn wir von Innovationen, neuen Technologien und inspirierenden Startups sprechen, kommen wir an Israel nicht vorbei. Doch warum ist dies so? Was macht Israel zu einem weltweiten Hot Spot für Innovation? In diesem EARLY BRANDS Insight Interview gibt uns Alexander Einblicke in die Start-Up Nation Israel – aus seinem Erlebnissen und Begegnungen mit den Menschen vor Ort.

Alexander Witte in Tel Aviv

Alexander in Tel Aviv– spannende Eindrücke rund um Innovation, Technologie und großartige Startups.

EARLY BRANDS Insights: Alexander – Du hast spannende Einblicke in die „Startup Nation“ Israel erhalten und bist im Austausch mit innovativen Unternehmen aus Tel Aviv, Haifa und Jerusalem. Was ist dran an diesem fancy Label?

Alexander: Ich denke der Buchtitel „Start-up Nation Israel“ von Dan Senor passt prima. Die Israelis verfügen mit über 6,500 Startups bei 8,5 Millionen Einwohnern heute über die meisten Startups pro Kopf. Und nicht nur das: nach den USA hat Israel die meisten börsennotierten Technologieunternehmen in der Nasdaq. Mit dem Label der „Startup Nation“ für Israel verhält es sich wie mit „Made in Germany“ im Industriezeitalter: Eine tolle Qualitätsbotschaft, die hervorragend in unser dynamisches Innovations- und Wissenszeitalter passt.

Key Facts about IsraelStartup Nation Israel: Dazu gehört die Vielzahl erfolgreicher, technologiegetriebener Startups, Mut innovativ zu sein und international und breit zu denken und zu handeln.  

 

EARLY BRANDS Insights: Was denkst Du sind die Zutaten für den Erfolg Israels als Startup Nation?

Bei den Israelis stimmt einfach der Mix. In Bildung und dem IT-affinen Militär IDF, den Israel Defense Forces, liegt ein Ursprung und auch Schlüssel des Erfolges. Auch werden Forschung, Technologie und konsequente Markt- und Kundenorientierung von Unternehmen schnell verzahnt. Also Kooperationen, Networking und Vertrauen in das Innovationsnetzwerk. Die Jungs und Mädels lernen schon als Teenager, wie dies im Zusammenspiel voran rockt. Und wie mit Technologie, Mut und Pioniergeist Zukunft gemeinsam gestaltet wird.

 

EARLY BRANDS Insights: In welchen Innovationsthemen und Technologien ist Israel aktuell besonders stark aufgestellt?

Alexander: Israelis sind quasi die „Masters of Deep Tech“ in unserem digitalen Zeitalter. Also, alles was hochtechnologisch und digital ist. Mehr als 400 KI und Machine Learning Startups. 450 rund um Cybersecurity. Mehr als 300 Unternehmen mit Fokus auf das Internet of Things. 800 FinTechs. 250 Big Data Companies. Plus Clean Tech. Plus 800 Social Media Startups. Viele in regem Austausch und am Puls der Zeit.

Alexander Witte Israeli App Wall

Die Israeli App Wall im Technion Institute of Technology. Aktuell im Fokus: Die Kooperation mit Intel beim Thema künstliche Intelligenz.

Wie sich erkennen lässt: Israel ist zukunftsversiert und mit klarem Technologiefokus im digitalen Zeitalter unterwegs. Gerade bei tiefen Technologien wie künstlicher Intelligenz oder Cyber-Security werden Technologieknowhow, Erfahrung und Expertise aus dem israelischen Militär in innovative spannende Anwendungsfälle für Wirtschaft und Gesellschaft übertragen – zusammen mit Top-Forschungseinrichtungen wie dem Technion Institute of Technology. So setzt Intel beim Thema künstliche Intelligenz auf die Kooperation mit dem Technion. Als strategischer Investment und Innovationspartner des neuen AI Research Center in Haifa. Hier arbeiten Forscher gemeinsam mit Intel an innovativen Anwendungen in den Themenfeldern Gesundheit, autonomes Fahren, vernetzte Umwelt und industrielle Roboter.

 

EARLY BRANDS Insights: Hast Du Beispiele für israelische Innovationen, die bereits unseren Alltag bereichern?

Alexander: Klar, da gibt es unzählige. Eines der fortschrittlichsten Navis weltweit ist Waze. Es kombiniert GPS Navigationstechnologie mit sozialer Schwarmintelligenz der Verkehrsteilnehmer mit ihren Smartphones. Immer den schnellsten Weg, je nach aktueller Verkehrslage und Bewegung des Schwarms. Oder OrCam. Ein kleines Gerät für Sehbehinderte und Blinde, um den Alltag leichter und vor allem selbständiger zu meistern. Hier werden Vision Computing, Texterkennung und Stimmausgabe einzigartig in einer innovativen Anwendung verzahnt. Oder das Startup MobileEye. Hiermit fahren Autos von Audi bereits heute autonom – und sicherer. Und lassen es weniger Krachen. Alle drei Startups stehen für israelische Deep Tech Innovationen, die auch Nutzen für die Gesellschaft stiften. Für sozialen Fortschritt und eine gemeinsam erfolgreiche Zukunft.

Alexander zu Gast bei Omer Elad vom Startup OrCam

Alexander mit Omer Elad vom Startup OrCam aus Jerusalem. OrCam My Eye kombiniert künstliche Intelligenz mit Text- und Gesichtserkennung sowie Sprachausgabe – das ermöglicht sehbehinderten Menschen selbständiger zu leben und ihren Alltag leichter zu meistern.

 

EARLY BRANDS Insights: Was fasziniert Dich am meisten an der Start-Up Nation Israel?

Alexander: Ganz klar: Die Leidenschaft für Innovation und Fortschritt. Israel ist eine Insel im Nahen Osten. Nur ungefähr so groß wie Hessen und ohne signifikante Rohstoffvorkommen. Doch genau das macht die Menschen vor Ort super kreativ. Mutig. Erfinderisch. Und so fortschrittlich.

 

EARLY BRANDS Insights: Wie zeigt sich das bei der Umsetzung von Innovation durch israelische Start-Ups und Technologieunternehmen?

Alexander: Da fallen mir zwei wesentliche Schlüsselfaktoren ein. Erstens: Israelische Startups denken von Anfang an international. Also von der Idee zu marktreifen Prototypen konsequent in multiplizierbaren Geschäftsmodellen. Anstelle von israelitischen Insellösungen sind Markt- und Kundenbedürfnisse weltweit von Beginn an im Fokus. Zweitens: Internationale Kooperation wird in Israel besonders offen, schnell und engagiert gelebt. Beim Technologietransfer aus der Forschung über Spin-Offs und Kooperationen. Genauso auch beim Networking von Venture Capital und den zahlreichen Startup Acceleratoren wie z.B. The Dock für Logistik und Maritime Wirtschaft. Also im gesamten Innovation Ecosystem der Israelis. Das macht sie super sympathisch und aus meinem Blickwinkel zu einem hochinteressanten Partner. Für Innovation und Fortschritt in Europa, Deutschland und der Welt.

 

EARLY BRANDS Insights: Gibt es weitere Aspekte, die Israels Innovationsstärke unterstützen? Was können wir in Europa und Deutschland von den Israelis lernen?

Alexander: Deutsche Unternehmen wollen vielfach alles selbst entwickeln. Inhouse. Von der Idee bis zur Umsetzung. Und zwar ingenieursmäßig perfekt. Das funktioniert heute in einem super schnellen Hyperwettbewerb nicht mehr. Im markt- und branchenübergreifenden Innovationswettbewerb zahlt sich ein breiterer Blickwinkel aus. In Israel ist es ganz normal extern verfügbare Technologien mit Kapital, kreativen Ideen und Stärken des eigenen Unternehmens zu innovativen Geschäftschancen zu verzahnen. Das macht Vorsprung leichter und schneller.

 

EARLY BRANDS Insights: Last but not least: Was sollte unbedingt auf eine Bucket-List für Expeditionen in das Silicon Wadi?

Definitiv Neugier. Sich einfach begeistern lassen. Von der Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen. In Tel Aviv am Strand den Tag mit einem erfrischenden Sprung in das Mittelmeer starten. Oder kreative Inspiration von den zahlreichen Galerien und Museen, z.B. rund um den Rothschild Boulevard. Vor Ort versammelt auf kleinem Raum. Bei Sonnenuntergang: Im Suramare Freundschaft mit kühlen Drinks und tollen Gesprächen feiern. Über den Dächern von Tel Aviv.

Israel Suramare Rooftop Club

Start-Ups aus TelAviv sind technologisch weit vorn, doch auch die Kreativ- und Kunstszene ist ein Erlebnis. Hier die Video-Installationen im Suramare Root Top Club, Tel Aviv.

Auch eine Empfehlung: Mit den Locals Jerusalems Altstadt erkunden. Du spürst die Energie dieses magischen Ortes. Seine Bedeutung für so viele Weltreligionen. Und konkrete Ziele wie Start-Ups, Technologiepartner und VCs mit genau diesen kreativen, kulturellen Erlebnissen kombinieren. Für Inspiration und Entdeckergeist.

 

Catch the Future…!